Wie funktioniert der Rechner?
Der Rechner basiert auf einer evidenzbasierten Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mit vier konkreten Kostentreibern. Jugendämter verlieren erhebliche Ressourcen nicht durch die Hilfen selbst, sondern durch ineffiziente Prozesse rund um Platzsuche und Kommunikation sowie unnötig lange Übergangsunterbringungen und nicht passende Erstbelegungen. Das HzE-Portal setzt genau hier an – mit zwei klar getrennten Wirkungsblöcken: zurückgewonnene Arbeitszeit (VZÄ) und zusätzliche Haushaltsentlastung durch vermiedene externe Kosten.
Die vollständige methodische Herleitung Wirtschaftlichkeitsbetrachtung Grundlagendokument ist auf Anfrage gerne erhältlich.
Wie werden die Ergebnisse berechnet?
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Block 1 – Zurückgewonnene Arbeitszeit: Platzsuche und Kommunikation erzeugen echte Zeitersparnisse für ASD-Fachkräfte. Diese werden in Vollzeitstellen (VZÄ) umgerechnet – Kapazität, die für aktive Facharbeit zuückgewonnen wird. Basis: KGSt-Vollkostensatz 64,12 €/Std., 1.568 Jahresstunden.
Block 2 – Zusätzliche Haushaltsentlastung: Kürzere Inobhutnahme-Dauern, weniger kostenintensive Anschlusshilfen und passgenauere Erstbelegungen ersparen dem Haushalt direkte Ausgaben. Diese Werte hängen stärker von der Nutzungstiefe ab – daher mit mittlerer bis hoher Realisierungswahrscheinlichkeit ausgewiesen.
Alle Parameter sind oben anpassbar. Vollständige Herleitung der Berechnungen auf Anfrage erhältlich.
Wie wird die zurückgewonnene Arbeitszeit (VZÄ) berechnet?
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Die VZÄ-Zahl ergibt sich ausschließlich aus echten Zeitersparnissen – bei der Platzsuche und der laufenden Fallkommunikation.
Platzsuche: Im Status quo werden pro Fall im Schnitt 50 Anfragen gestellt – davon ~10 ernsthafte (80 Min.) und ~40 Schnellanfragen (25 Min.), was einem Durchschnitt von 36 Min. je Anfrage entspricht (PeB Bayern 2013, S. 67). Im HzE-Portal reduziert sich die Zahl auf ca. 10 Anfragen: ~5 ernsthafte (20 Min.) und ~5 Schnellanfragen (5 Min.) = Ø 12,5 Min. Zeitersparnis: (50×36 − 10×12,5) ÷ 60 = 27,9 Std./Fall.
Kommunikation: 13 Stunden Ersparnis pro laufendem Bestandsfall. Das Gespräch selbst bleibt – eingespart wird der Vor- und Nachbereitungsaufwand.
VZÄ = (Neuverfügungen × 27,9 Std. + Bestandsfälle × 13 Std.) ÷ 1.568 Jahresstunden (KGSt 2023/2024)
Wie werden die Personalkosten berechnet?
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Grundlage ist das KGSt-Gutachten „Kosten eines Arbeitsplatzes 2023/2024" (Bericht Nr. 10). Für ASD-Fachkräfte der Entgeltgruppe S14 ergibt sich ein Vollkostensatz von 64,12 €/Std. – inklusive Personalkosten (75.700 €), Sachkosten (9.700 €) und Verwaltungsgemeinkosten (20 %) bei 1.568 Jahresarbeitsstunden.
Was bedeuten die Realisierungswahrscheinlichkeiten?
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| Realisierungswahrscheinlichkeit | Methodischer Status | Bedeutung |
| Sehr hoch | Belegbar - Validiert | Auf amtlichen Statistiken und validierten Kundenmessungen basierend |
| Hoch | Evidenzbasiert - Verifiziert | Aus anerkannter Wirkungsforschung abgeleitet und verifiziert |
| Mittel | Plausibilisierte Ableitung - In Validierung | Plausibel hergeleitet, wird mit Jugendämtern validiert |
Wie wird das Einsparpotenzial bei Inobhutnahme-Dauern berechnet?
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Solange kein passender Regelplatz gefunden ist, verbleiben Kinder in Inobhutnahme-Einrichtungen (ION), die strukturell teurer sind. Durchschnittliche ION-Dauer 2024: 62 Tage (+12 Tage ggü. 2023, Destatis Juli 2025). Mehrkosten: ~55 €/Tag (Differenz ION ~250 € vs. Regelplatz ~195 €, Kundenbefragungen).
Das HzE-Portal verkürzt ION-Dauern durch schnellere Platzfindung. Im Rechner einstellbar: 1–30 Tage, Standardwert 10 Tage. Formel: Inobhutnahmen × eingestellte Tage × Mehrkosten/Tag. Wird aktuell validiert.
Was sind kostenintensive Anschlusshilfen und wie wird das Einsparpotenzial berechnet?
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Kostenintensive Anschlusshilfen entstehen, wenn eine Hilfe nicht gelingt und ein junger Mensch nach einer Rückkehr zur Familie erneut stationär aufgenommen werden muss – mit den vollen Kosten einer neuen Hilfephase. Rund 20 % der Betroffenen kehren zurück (Pluto et al. 2024, DJI/Beltz Juventa).
Herleitung: 97 Neuverfügungen × 25 % nicht planmäßig beendet × 20 % Rate kostenintensiver Anschlusshilfen = ~5 Fälle/Jahr (100.000 EW). Kosten pro Wiederaufnahme: ~154.000 € (21 Monate × 30,5 × ~240 €/Tag). Bei 2–3 vermiedenen Fällen: Mittelwert ~385.000 € pro Jahr.
Wird aktuell validiert.
Was steckt hinter dem langfristigen Effekt „Passgenauere Belegungen"?
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Passgenauere Hilfen enden häufiger planmäßig – und planmäßig beendete Hilfen erfordern seltener Folgemaßnahmen. 58 % der Heimerziehungen in NRW enden nicht planmäßig (Tabel et al. 2025, AKJStat/TU Dortmund). Wenn das HzE-Portal die Quote um 5 Prozentpunkte senkt, entspricht das bei 97 Neuverfügungen rund 5 planmäßig beendeten Fällen – mit ~4 Monaten Folgemaßnahme weniger.
Orientierungsgröße: ~119.000 € pro Jahr. / 100.000 EW. Wird aktuell validiert.
Welche Quellen liegen der Berechnung zugrunde?
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| Quelle | Verwendung |
| KGSt (2023/2024), Bericht Nr. 10 | Personalkosten ASD S14: 64,12 €/Std., 1.568 Jahresstunden |
| PeB Bayern (2013), BLJA, S. 67 | Zeitwerte Platzsuche: 80 Min./Anfrage im Status quo |
| Destatis (2024/2026) | Neuverfügungen ~97/100.000 EW · Bestandsfälle 134.049 bundesweit (2024) |
| Destatis (Juli 2025) | ION 2024: 69.500 gesamt, ~47/100.000 EW ohne UMA |
| Pluto et al. (2024), DJI/Beltz Juventa | Rate kostenintensiver Anschlusshilfen ~20 % · Grundlage für Einsparpotenzial-Block |
| Macsenaere/IKJ, EVAS-Studie (2007/2017) | 39 % nicht bedarfsgerechte Zuweisungen |
| Tabel et al. (2025), AKJStat/TU Dortmund | 58 % unplanmäßige Beendigungen Heimerziehung NRW |
| Eigene Kundenmessungen (2025/2026) | Anfragereduktion auf ~10/Fall; Ø 12,5 Min./Anfrage im Portal |
| Eigene Entgeltvereinbarungen | Tagessatz ~240 €/Tag, ION-Differenz ~55 €/Tag |
Vollständige methodische Herleitung
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung Grundlagendokument – auf Anfrage erhältlich.